Last Updated on Juni 19, 2026 by Lars
Die WM-Trinkpausen spalten Trainer, Spieler und Fans – während Deutschland beim 7:1 gegen Curaçao davon profitierte, lehnt die UEFA Pflichtpausen in der Champions League ab. Dazu: Teenager Bouaddi dominiert Brasilien für Marokko, und Koopmeiners bereitet einen neuen Trick für das Niederlande-Schweden-Duell vor.
Buhrufe und taktischer Nutzen: Die WM-Trinkpausen spalten Trainer und Fans
Die FIFA kündigte die obligatorischen Trinkpausen im vergangenen Dezember an – drei Minuten Unterbrechung jeweils zur Halbzeit beider Hälften, um Spieler bei Hitze zu schützen. Doch beim Spiel Ghana gegen Panama im kanadischen Toronto erntete die Maßnahme lautes Pfeifkonzert von den Rängen, obwohl die Temperatur nur 20 Grad betrug und es regnete. Ähnliche Szenen gab es zuvor bereits bei Norwegen–Irak, England–Kroatien, Schweden–Tunesien und Spanien–Kap Verde.
Die Trainer sind gespalten. Der spanische Nationalcoach Luis de la Fuente zeigt zwar Verständnis für Pausen bei "extremer Hitze", stellt aber infrage, ob sie bei jeder Partie notwendig sind. Sein norwegischer Kollege Stale Solbakken sagt: "Ich kann es verstehen, wenn es wie in Greensboro 35 Grad ist. Aber sonst finde ich es unnötig." Hitzeforscher Douglas Casa von der University of Connecticut hält die Pausen grundsätzlich für wirksam, nennt drei Minuten aber zu kurz: "Die Zeit bestimmt das Ausmaß der Wirkung. Deshalb empfehlen wir fünf oder sechs Minuten."
Besonders auffällig ist die taktische Dimension. Nachdem Livano Comenencia für Curaçao gegen Deutschland ausgleicht, folgt eine Trinkpause – danach verliert Curaçao völlig den Faden und unterliegt am Ende mit 1:7. Der frühere englische Topstürmer Alan Shearer kommentiert: "Sie erzielten ein Tor, und vielleicht dreißig Sekunden später war alles wieder vorbei. Das hat ihren Schwung vollständig zunichte gemacht." Nationaltrainer Ronald Koeman hatte bereits vor dem Turnier angekündigt, die Pausen taktisch zu nutzen: "Du kannst ihnen sagen, was sie verbessern sollen oder was gut läuft – und das ist genau das, was wir tun werden." In insgesamt acht der ersten sechzehn WM-Partien fällt ein Tor innerhalb von zehn Minuten nach einer Trinkpause.
Die kommerzielle Seite schwingt ebenfalls mit: Fernsehsender schalten während der Unterbrechungen Werbung. Der amerikanische Marktforscher Michael Johnson bezeichnet diese Slots als "extrem wertvoll" für Werbetreibende. Panamas Trainer Thomas Christiansen bringt es nach der 0:1-Niederlage gegen Ghana auf den Punkt: "Wir müssen akzeptieren, dass die Werbetreibenden im Fernsehen das alles bezahlen." Oranje-Kapitän Virgil van Dijk äußert sich kritisch: "Ich mag es nicht. Wenn es heiß ist, muss man es machen. Aber man sollte es von Spiel zu Spiel entscheiden."
Die UEFA hat Klarheit geschaffen: Gegenüber dem deutschen Sender ARD bestätigt der europäische Fußballverband, dass er in der kommenden Saison keine Pflicht-Trinkpausen in Wettbewerben wie der Champions League einführen wird. Unterbrochen wird dort nur bei extremen Temperaturen.
Teenager Bouaddi dominiert Brasilien: Marokkos Wunderkind wählt Heimat statt Frankreich
Der Name Ayyoub Bouaddi ist nach dem Unentschieden zwischen Brasilien und Marokko im MetLife Stadium in aller Munde. Der Mittelfeldspieler von OSC Lille bestreitet seine erste Pflicht-Länderspielbegegnung – und liefert eine Vorstellung ab, die selbst brasilianischen Journalisten den Atem verschlägt.
Bouaddi verbucht die meisten Ballkontakte aller Spieler auf dem Platz (88), gewinnt die meisten Zweikämpfe (11) und erzielt die meisten erfolgreichen Pässe in der gegnerischen Hälfte (30) bei einer Passquote von 93 Prozent. Dabei dominiert er Casemiro, einen Spieler fast doppelt seines Alters mit einem grundlegend anderen Karriereprofil. Vinícius Júnior von Real Madrid schnürt zwar den Ausgleichstreffer für Brasilien und wird zum besten Spieler der Partie gekürt – doch selbst das Heer besorgter südamerikanischer Journalisten muss einräumen, dass Vinícius bei dieser Auszeichnung Glück hatte.
Marokkos Nationaltrainer spielt beim Werdegang Bouaddis eine Schlüsselrolle: Er überzeugt den Teenager davon, die Avancen des französischen Verbandes abzulehnen und stattdessen für Marokko aufzulaufen. Beim WM-Auftakt zahlt sich diese Entscheidung eindrucksvoll aus.
Koopmeiners mit neuem Trick? Oranje fordert Schweden in Houston
Die Niederlande bestreiten am Samstag um 19:00 Uhr niederländischer Zeit in Houston ihr zweites WM-Gruppenspiel gegen Schweden. Im Blickpunkt steht dabei Teun Koopmeiners von Juventus, der bei Oranje bislang meist als Einwechselspieler agiert. Bei seinem Verein läuft die vergangene Saison schwierig: In 33 Serie-A-Einsätzen bleibt der 28-Jährige ohne Tor und ohne Vorlage – Juventus schließt die Spielzeit auf dem enttäuschenden sechsten Platz ab. Koopmeiners war 2024 für über 50 Millionen Euro von Atalanta Bergamo zu den Bianconeri gewechselt. Die Wettquoten für das Gruppenspiel lassen sich bei Ethereum-Wettanbietern bequem vergleichen.
Bei der WM 2022 schreibt Koopmeiners Geschichte: Sein Freistoß-Trick bringt Wout Weghorst in der Nachspielzeit zum 2:2 gegen Argentinien in Stellung. Ob für das Spiel gegen Schweden eine neue Variante geplant ist, lässt der Mittelfeldspieler aus Kansas City offen: "Über alles wird nachgedacht, auch über Tricks. Aber es wäre sehr dumm, das jetzt schon auf den Tisch zu legen." Nationaltrainer Ronald Koeman testet Koopmeiners im März gegen Norwegen überraschend als Rechtsaußen – das Experiment glückt, weil es Denzel Dumfries auf der rechten Seite mehr Raum verschafft.
Innenminister-Konferenz: Nur Bremen erhält Ausgleich für Bundesliga-Hochrisikospiele
Bei der Innenminister-Konferenz kommt ein Thema zur Sprache, das juristisch längst geklärt ist: die Kostenfrage bei Hochrisikospielen in der Bundesliga. Bislang ist Bremen das einzige Bundesland, das sich von der DFL die Mehrausgaben für erhöhte Polizeipräsenz bei solchen Partien erstatten lässt – alle anderen Länder gehen leer aus.
Der Grund für die Stagnation liegt offenbar beim Ligaverband selbst: Die DFL verspürt keinen Druck mehr, die Regelung auf weitere Bundesländer auszuweiten. Solange Bremen als einzige Ausnahme bleibt, fehlt ein bundesweit einheitliches Modell – obwohl die Rechtslage eindeutig ist.
Kurz notiert: Eskås pfeift WM-Premiere – Bundesliga-Transfers laufen an
Espen Eskås pfeift als erster norwegischer Schiedsrichter seit 24 Jahren bei einer Männer-Fußball-WM. Er leitet die Gruppenpartie Uruguay gegen Kap Verde in Miami, die Sonntagmitternacht norwegischer Zeit angepfiffen wird. An den Linien stehen seine Landsleute Isaak Bashevkin und Jan Erik Engan. Eskås hat in den vergangenen Jahren regelmäßig in der Champions League gepfiffen und war im vergangenen Sommer beim Klub-WM in den USA eingesetzt. Zuletzt stand 2002 mit Terje Hauge ein Norweger als Hauptschiedsrichter bei einer WM auf dem Platz – er leitete damals Kamerun gegen Saudi-Arabien.
Der Bundesliga-Transfermarkt für die Saison 2026/27 läuft unterdessen auf Hochtouren. Die großen deutschen Klubs sondieren den Markt, und ein vollständiger Überblick aller bisherigen Sommerwechsel ist bereits verfügbar.
Ofte stillede spørgsmål
Warum gibt es bei der WM 2026 Trinkpausen?
Die FIFA kündigte die obligatorischen Trinkpausen im Dezember 2025 an, um Spieler vor Hitze zu schützen. Dreimal drei Minuten – jeweils zur Halbzeit beider Hälften – sollen die Körpertemperatur senken. Hitzeforscher Douglas Casa von der University of Connecticut hält die Pausen für wirksam, empfiehlt jedoch mindestens fünf bis sechs Minuten statt der vorgeschriebenen drei.
Wie hat Deutschland von den WM-Trinkpausen profitiert?
Nachdem Livano Comenencia für Curaçao gegen Deutschland ausgeglichen hatte, folgte eine Trinkpause. Curaçao verlor danach völlig den Faden und unterlag am Ende mit 1:7. Laut dem früheren englischen Stürmer Alan Shearer wurde Curaçaos Schwung durch die Unterbrechung vollständig zunichte gemacht.
Führt die UEFA Trinkpausen in der Champions League ein?
Nein. Die UEFA bestätigt gegenüber dem deutschen Sender ARD, dass sie in der kommenden Saison keine Pflicht-Trinkpausen in der Champions League einführen wird. Unterbrochen wird dort künftig nur bei extremen Temperaturen.
Wer ist Ayyoub Bouaddi und wie spielte er gegen Brasilien?
Ayyoub Bouaddi ist Mittelfeldspieler bei OSC Lille und spielt für Marokko. Beim WM-Gruppenspiel gegen Brasilien im MetLife Stadium bestritt er sein erstes Pflicht-Länderspiel und dominierte mit 88 Ballkontakten, 11 gewonnenen Zweikämpfen, 30 erfolgreichen Pässen in der gegnerischen Hälfte sowie einer Passquote von 93 Prozent.
Wann und wo spielt die Niederlande gegen Schweden bei der WM 2026?
Die Niederlande treffen am Samstag um 19:00 Uhr niederländischer Zeit in Houston auf Schweden. Es ist das zweite Gruppenspiel der Niederländer bei der WM 2026. Teun Koopmeiners von Juventus könnte dabei erneut als Rechtsaußen zum Einsatz kommen.
